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Sonnenwinkel Ratgeber · Methoden

Das Sachwertverfahren einfach erklärt

Das Sachwertverfahren ist eine der Wertermittlungsmethoden nach ImmoWertV. Es betrachtet Boden und bauliche Anlagen und passt das Ergebnis an den Markt an.

Sonnenwinkel Immobilienbewertung · Fachartikel zur Immobilienbewertung · Aktualisiert am

Auf einen Blick

Das Wichtigste für Ihre Entscheidung

Das Sachwertverfahren kombiniert Bodenwert, modellhaft ermittelte Sachwerte der baulichen Anlagen und eine Marktanpassung.

Normalherstellungskosten sind keine aktuellen Handwerkerangebote und der Sachwertfaktor ist kein pauschaler Zuschlag.

Gesamtnutzungsdauer, Restnutzungsdauer und Modernisierung müssen in dem Modell geprüft werden, mit dem die Marktparameter abgeleitet wurden.

Ein Gebäudesachwert ohne passenden Sachwertfaktor ist noch kein Verkehrswert.

Besondere objektspezifische Merkmale werden nur berücksichtigt, soweit sie im Modell noch nicht enthalten sind.

Aaron Friedrich von Sonnenwinkel Immobilienbewertung

Einordnung von Aaron Friedrich

„Ein Stapel Handwerkerrechnungen ist noch kein Marktwert. Beim Sachwert ordnen wir Boden, Gebäude, Alter und Ausstattung in einem passenden Rechenmodell ein und stellen den Marktbezug her. Eine neue Küche gehört zu den Informationen; sie wird nicht einfach mit ihrem Kassenbon auf den Hauswert aufgeschlagen.“

Aaron Friedrich · Sonnenwinkel Immobilienbewertung

Abschnitt 01

Was beantwortet das Sachwertverfahren?

Das Sachwertverfahren nach §§ 35 bis 39 ImmoWertV setzt bei den wertrelevanten Bestandteilen des Grundstücks an: Boden, Gebäude und gegebenenfalls bauliche Außenanlagen. Der so ermittelte vorläufige Sachwert wird mit einem geeigneten, objektspezifisch angepassten Sachwertfaktor an den Grundstücksmarkt herangeführt. Anschließend sind besondere Merkmale zu prüfen. Die Methode ist deshalb mehr als die einfache Rechnung „Baukosten plus Bodenrichtwert“: Entscheidend ist, wie der Markt den modellhaft berechneten Bestand tatsächlich bezahlt.

Bei bestimmten selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern kann der Sachwert eine geeignete Grundlage sein. Ob er im Einzelfall die beste Aussage liefert, hängt von Marktgepflogenheiten und Datenlage ab. Ein Wohnungseigentum mit vielen geeigneten Kauffällen kann besser über Vergleichsdaten beschrieben werden; ein vermietetes Haus verlangt häufig auch die Betrachtung seiner Erträge. § 6 ImmoWertV schreibt kein starr an die Objektart gebundenes Verfahren vor. Die sachverständige Auswahl ist ein Teil der Bewertung.

Klarheit für Ihre Entscheidung

Sachwert mit dem Markt verbinden

Die Darstellung zeigt Zusammenhänge, keine vollständige Rechenformel. Baukosten allein ergeben keinen Verkehrswert.

  1. 1

    Bodenwert des Grundstücks

  2. 2

    Gebäude unter Berücksichtigung des Alters

  3. 3

    Marktanpassung und Besonderheiten

Ihr Ergebnis

Sachwert objektbezogen ableiten

Abschnitt 02

Schritt 1: Bodenwert des konkreten Grundstücks

Ein Bodenrichtwert bezieht sich auf eine Zone und ein typisiertes Richtwertgrundstück. Für den Bodenwert des Bewertungsobjekts sind die veröffentlichten Merkmale, sein Baurecht, die Grundstücksgröße und -form, der Erschließungs- und beitragsrechtliche Zustand sowie wertrelevante Rechte zu prüfen. Eine große rückwärtige Fläche wird nicht automatisch zum gleichen Quadratmeteransatz bewertet wie eine voll bebaubare Vorderfläche. Umgekehrt kann ein rechtlich gesichertes zusätzliches Potenzial wirtschaftlich bedeutsam sein.

Ein Rechenblatt mit Grundstücksfläche mal Bodenrichtwert zeigt lediglich den Ausgangspunkt. Wenn das Richtwertgrundstück zum Beispiel eine andere Ausnutzung oder eine andere Grundstückstiefe hat, müssen die abweichenden Merkmale sachgerecht eingeordnet werden. Die dafür verwendeten Umrechnungskoeffizienten oder sonstigen Ableitungen müssen zum Stichtag und Bodenrichtwertmodell passen. Ein freier Prozentabschlag ohne Datenbasis ist keine objektbezogene Bodenwertermittlung.

Abschnitt 03

Schritt 2: Gebäudesachwert statt tatsächlicher Baukosten

Für den Gebäudesachwert werden typisierte Normalherstellungskosten einer passenden Gebäudeart und Standardstufe mit einer geeigneten Bezugsgröße, häufig der Brutto-Grundfläche, verknüpft. Die ImmoWertV sieht eine Umrechnung auf den Wertermittlungsstichtag über einen passenden Baupreisindex vor; ein Regionalfaktor kann nach dem verwendeten Modell hinzukommen. Danach fließt die Alterswertminderung ein. Diese Modellkosten beschreiben eine Bewertungsgröße. Sie sind weder ein Angebot für einen Neubau auf dem konkreten Grundstück noch die Summe früherer Rechnungen des Eigentümers.

Die Wahl von Gebäudetyp, Standard und Bezugsfläche erfordert Sorgfalt. Wohnfläche und Brutto-Grundfläche sind verschiedene Größen. Ein ausgebautes Dachgeschoss, Anbauten, Garagen oder Außenanlagen werden nach dem einschlägigen Modell behandelt; sie dürfen nicht zusätzlich angesetzt werden, wenn sie bereits in den Kostenkennwerten enthalten sind. Eine hochwertige neue Küche erhöht nicht automatisch den Gebäudesachwert um ihren Kaufpreis. Ihre Markt- und Modellwirkung ist gesondert zu prüfen.

Grundrisszeichnung und Zeichenutensilien auf einem Tisch
Pläne helfen, die Immobilie besser zu verstehen.Symbolbild

Abschnitt 04

Schritt 3: Alter, Zustand und Restnutzungsdauer

Die Gesamtnutzungsdauer beschreibt eine modellhafte wirtschaftliche Nutzungsdauer, während die Restnutzungsdauer das zum Stichtag verbleibende wirtschaftliche Nutzungspotenzial der baulichen Anlage abbildet. Sie ist nicht schlicht mit der technischen Lebensdauer einzelner Bauteile gleichzusetzen. Baujahr und rechnerisches Alter geben einen Startpunkt; Art und Umfang von Modernisierungen, Unterhaltung und baulicher Zustand können die Restnutzungsdauer beeinflussen. Wer nur das Baujahr in eine Formel einsetzt, übersieht mitunter eine umfassende Erneuerung oder einen gravierenden Rückstand.

Die Alterswertminderung wird im gewählten Sachwertmodell nach dessen Vorgaben berechnet. Besonders wichtig ist die Modellkonformität: Ein veröffentlichter Sachwertfaktor wurde mit bestimmten Annahmen zu Herstellungskosten, Nutzungsdauer, Flächen, Baupreisindex und Regionalisierung ermittelt. Wer einen Faktor aus diesem Modell mit frei gewählten abweichenden Ausgangswerten kombiniert, kann ein verzerrtes Ergebnis erhalten. Abweichungen werden nur begründet und mit passender Anpassung vorgenommen.

Abschnitt 05

Schritt 4: Außenanlagen und vorläufiger Sachwert

Neben dem Gebäudesachwert können bauliche Außenanlagen und sonstige Anlagen wertrelevant sein, etwa eine Garage, bestimmte Einfriedungen oder aufwendige Erschließungsanlagen. Deren Bewertung richtet sich nach Marktbezug und Modell; nicht jede private Investition zahlt sich vollständig im Verkehrswert aus. Der vorläufige Sachwert ergibt sich aus dem Bodenwert und den vorläufigen Sachwerten der baulichen Anlagen einschließlich einschlägiger Außenanlagen. Die Summe ist ein notwendiger Zwischenwert, noch kein Ergebnis für einen Verkauf.

Doppelerfassungen sind hier besonders leicht: Eine Garage könnte in einer Gebäudeklassifikation, in einem eigenen Ansatz und zusätzlich in einem Marktabschlag oder -zuschlag auftauchen. Gute Gutachten zeigen daher, an welcher Stelle welcher Bestandteil eingegangen ist. Ebenso werden fehlende Bauteilinformationen oder nur vermutete Modernisierungen offen benannt. Transparente Grenzen verhindern, dass aus einer nicht belegten Annahme eine scheinbar exakte Summe wird.

Abschnitt 06

Schritt 5: Sachwertfaktor als Verbindung zum Markt

Der Sachwertfaktor wird aus dem Verhältnis geeigneter Kaufpreise zu nach einem einheitlichen Modell ermittelten vorläufigen Sachwerten abgeleitet. Er kann je nach Teilmarkt, Objektgruppe und Datenstand oberhalb oder unterhalb von 1 liegen. Ein Faktor von 1,10 bedeutet in der jeweiligen modellkonformen Rechnung rechnerisch eine Marktanpassung um zehn Prozent des vorläufigen Sachwerts; er sagt nichts Allgemeines über „Wertzuwachs durch gute Lage“. Lage wirkt bereits unter anderem über Bodenwert und die Marktparameter. Der Faktor ist ein empirischer Zusammenhang innerhalb seines Geltungsbereichs.

Vor der Anwendung werden Eignung, Geltungsbereich, Bezugsgröße, Wertbereich und Stichtag geprüft. Ein Faktor aus dem Grundstücksmarktbericht eines Landkreises kann auf eine andere Gemeinde, ein anderes Baujahrsegment oder ein atypisches Haus unpassend sein. Liegen keine geeigneten Sachwertfaktoren vor, muss die Marktanpassung nachvollziehbar anders begründet oder die Aussagekraft des Verfahrens kritisch gewürdigt werden. Einen willkürlichen „regionalen Zuschlag“ zusätzlich auf einen bereits regionalen Faktor aufzuschlagen, wäre nicht sachgerecht.

Abschnitt 07

Sachwert berechnen: Beispiel mit fünf Schritten

Vereinfachtes Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus: Wir nehmen einen objektbezogen geprüften Bodenwert von 120.000 €, auf den Stichtag gebrachte modellhafte Herstellungskosten von 450.000 € und einen Alterswertminderungsfaktor von 0,60 an. Der vorläufige Gebäudesachwert beträgt dann 270.000 €. Hinzu kommen 20.000 € für im Modell gesondert anzusetzende Außenanlagen. Damit ergibt sich ein vorläufiger Sachwert von 410.000 €. Mit einem angenommenen, im Beispiel passenden Sachwertfaktor von 1,10 wird daraus ein marktangepasster vorläufiger Sachwert von 451.000 €.

Wir nehmen zusätzlich ein belegtes besonderes Merkmal an, dessen noch nicht erfasste Wertwirkung 15.000 € beträgt. Der rechnerische Verfahrenswert sinkt dadurch auf 436.000 €. Für die Bewertung des konkreten Hauses wäre zu klären, welches Merkmal vorliegt, ob es bereits über Standard, Restnutzungsdauer oder Faktor berücksichtigt ist und wie der Markt seinen Einfluss bewertet. Gerade diese Prüfung entscheidet, ob ein gesonderter Abschlag gerechtfertigt ist.

PositionRechenschrittBetrag
Bodenwertobjektbezogen als Annahme120.000 €
Gebäude450.000 € × 0,60270.000 €
Außenanlagenim Beispiel gesondert20.000 €
Vorläufiger SachwertSumme410.000 €
Marktanpassung410.000 € × 1,10451.000 €
Besonderheitnur falls zusätzlich nachgewiesen−15.000 €
Rechnerischer Verfahrenswert451.000 € − 15.000 €436.000 €

Vom Bodenwert zum marktangepassten Sachwert.

Heller Wohnraum mit Holzboden und großen Fenstern
Grundriss, Licht und Zustand machen eine Wohnung aus.Symbolbild

Abschnitt 08

Besondere Merkmale: weder vergessen noch doppelt zählen

Bauschäden, außergewöhnlicher Erhaltungszustand, Rechte, Lasten oder besondere Nutzungsverhältnisse können nach der allgemeinen Marktanpassung zu berücksichtigen sein, soweit sie nicht bereits in den vorangegangenen Modellschritten erfasst wurden. Ein Modernisierungsrückstand kann sich etwa schon im angesetzten Standard und in der Restnutzungsdauer widerspiegeln. Ein zweiter pauschaler Abschlag für denselben Rückstand würde den Effekt verdoppeln. Bei einer gerade erneuerten Heizung gilt umgekehrt: Ihre Kosten sind nicht automatisch ein gleich hoher Verkehrswertzuwachs.

Bei Schäden ist die technische Ursache häufig nicht allein durch eine zerstörungsfreie Besichtigung bestimmbar. Ein Sachverständiger für Verkehrswerte kann den sichtbaren Zustand und vorgelegte Nachweise in die Bewertung einordnen; für die technische Klärung kann ein gesonderter Fachgutachter erforderlich sein. Relevante Annahmen, zugängliche Bereiche und Bewertungsgrenzen gehören in die Dokumentation. So lässt sich erkennen, was gesichert und was nur unterstellt ist.

Abschnitt 09

Was das Sachwertverfahren leisten kann und was nicht

Seine Stärke liegt in der strukturierten Trennung von Boden, baulichem Bestand und Marktanpassung. Bei guter Datenlage lassen sich Herstellungskostenmodell, Alterswertminderung und Marktbezug nachvollziehbar zeigen. Schwieriger wird es bei stark umgebauten Gebäuden, atypischen Nutzungen, fehlenden Flächenangaben oder einem Markt ohne geeignete Sachwertfaktoren. Der Rechenweg kann formal korrekt sein und trotzdem nur begrenzte Aussagekraft haben, wenn die Marktdaten das Bewertungsobjekt nicht tragen.

Ein veröffentlichter Sachwertfaktor wird mit der Qualität der zugrunde liegenden Kaufpreise, der Modellbeschreibung und dem Bezugsmarkt beurteilt. Als Plausibilisierung können geeignete Kauffälle oder Erträge hinzugezogen werden, wenn sie tatsächlich aussagekräftig sind. Der Verkehrswert wird am Ende aus dem oder den Verfahren unter Würdigung ihrer Aussagefähigkeit abgeleitet. Eine Orientierung an Baukosten allein ersetzt diesen Schritt nicht.

Abschnitt 10

Welche Unterlagen braucht ein sachwertorientiertes Gutachten?

Für Boden und baulichen Bestand sind Grundbuch, Flurkarte, Angaben zur Erschließung und zum Baurecht, Baupläne, Flächen- und Baubeschreibungen sowie Nachweise über wesentliche Modernisierungen nützlich. Die Brutto-Grundfläche lässt sich nicht aus einer behaupteten Wohnfläche ableiten, ohne das Gebäude zu prüfen. Genehmigte Nutzung und tatsächlicher Ausbau können auseinanderfallen. Bei einer Erweiterung ist daher zu klären, ob sie rechtlich zulässig, baulich abgeschlossen und im Bewertungsmodell bereits erfasst ist.

Der aktuelle Zustand wird beim vollständigen Verkehrswertgutachten im Rahmen der vereinbarten zerstörungsfreien Ortsbesichtigung aufgenommen und mit Unterlagen abgeglichen. Die Besichtigung eröffnet keinen Blick in verdeckte Bauteile. Fehlende Pläne oder ungeklärte Schäden führen zu offengelegten Annahmen und gegebenenfalls dem Hinweis auf eine gesonderte technische Prüfung. Eine externe Beschaffung von Unterlagen oder kostenpflichtige Auskünfte erfolgen bei Sonnenwinkel nur nach vorheriger Vereinbarung von Umfang und Kosten.

Abschnitt 11

Wie empfindlich ist das Ergebnis gegenüber den Annahmen?

Im Rechenbeispiel erhöht ein Sachwertfaktor von 1,10 den vorläufigen Sachwert von 410.000 € auf 451.000 €. Wäre bei identischen Ausgangswerten modellkonform stattdessen 0,95 anzusetzen, ergäbe die Multiplikation 389.500 €. Die Differenz von 61.500 € zeigt, wie entscheidend die Wahl eines geeigneten Marktparameters ist. Seine Auswahl muss zu den veröffentlichten Daten des Teilmarkts passen. Ebenso verändern Standardstufe, Flächengrundlage und Restnutzungsdauer den Gebäudesachwert. Abweichungen in mehreren Eingangsgrößen können sich verstärken.

Ein seriöses Gutachten begründet deshalb nicht nur das Endergebnis, sondern die besonders wirksamen Parameter. Wo der Gutachterausschuss unterschiedliche Faktoren nach Objekttyp und Wertbereich veröffentlicht, ist der richtige Geltungsbereich zu prüfen. Der größte rechnerische Hebel ist nicht automatisch die größte reale Unsicherheit: Ein gut belegter Bodenwert kann stabil sein, während ein verborgener Bauschaden noch ungeklärt bleibt. Die Darstellung sollte beide Fragen unterscheiden.

Abschnitt 12

Abgrenzung zu anderen Verfahren und zum steuerlichen Sachwert

Der normierte Sachwert für den Verkehrswert nach ImmoWertV und ein steuerlicher Wert nach Bewertungsgesetz beantworten verschiedene Fragen und können unterschiedliche Modelle verwenden. Begriffe wie Gebäudesachwert und Regionalfaktor erscheinen in beiden Regelwerken; daraus folgt keine Austauschbarkeit der Eingangsgrößen. Wer eine steuerliche Entscheidung prüfen will, sollte die einschlägigen Anforderungen und den beabsichtigten Nachweis vor dem Auftrag klären. Eine niedrigere Steuer oder Anerkennung durch eine Stelle wird nicht durch den Namen des Verfahrens garantiert.

Das Vergleichswertverfahren stützt sich stärker auf geeignete Verkäufe ähnlicher Objekte, das Ertragswertverfahren auf nachhaltig erzielbare Erträge. Das Sachwertverfahren benötigt zusätzlich zu Gebäudedaten ebenfalls einen Marktbezug über geeignete Faktoren oder andere begründete Marktanpassung. Bei einem Objekt können mehrere Perspektiven sinnvoll sein; sie sind aber nicht mechanisch zu mitteln. Nach § 6 ImmoWertV entscheidet die Aussagekraft der geeigneten Verfahren für den konkreten Fall über die Ableitung des Verkehrswerts.

Häufige Fragen

Noch offen? Diese Antworten helfen weiter.

Ist der Sachwert gleich dem Neubaupreis?

Nein. Er baut auf modellhaften Herstellungskosten, Alterswertminderung, Bodenwert und Marktanpassung auf. Ein aktuelles Bauangebot oder die Summe historischer Investitionen ist eine andere Größe.

Warum braucht man einen Sachwertfaktor?

Er stellt den Zusammenhang zwischen modellhaftem vorläufigem Sachwert und tatsächlichen Kaufpreisen im passenden Marktsegment her. Ohne geeignete Marktanpassung ist die Summe aus Boden und Gebäude nicht automatisch ein Verkehrswert.

Ist ein hoher Bodenrichtwert schon ein hoher Hauswert?

Nicht zwingend. Der Richtwert betrifft ein typisiertes Grundstück; das konkrete Grundstück, seine Bebauung, Rechte und der Markt müssen gesondert untersucht werden.

Erhöht jede Modernisierung den Wert um ihre Rechnungssumme?

Nein. Modernisierungen können Standard, Zustand oder Restnutzungsdauer verändern. Wie viel der Markt dafür zahlt, ist eine eigene Frage; eine doppelte Anrechnung ist zu vermeiden.

Kann das Sachwertverfahren bei einem vermieteten Haus genutzt werden?

Die Wahl richtet sich nach Objektart, Marktgepflogenheiten und verfügbaren Daten. Bei einer ertragsorientierten Immobilie kann das Ertragswertverfahren besonders aussagekräftig sein; eine starre Regel für jeden Einzelfall gibt es nicht.

Quellen und Rechtsgrundlagen

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Sie müssen die Fachbegriffe nicht kennen. Sagen Sie uns, um welche Immobilie es geht und wofür Sie ihren Wert brauchen. Wir erklären Ihnen den passenden Gutachtenumfang.